Weinberge und Trockenmauern
 
Weinberge zählen zu den bekanntesten und beliebtesten Kulturräumen die bei uns in Deutschland eher in den wärmeren und klimatisch begünstigten Regionen zu finden sind. In angenehmem Klima wachsen die edlen Trauben natürlich am Besten. Trockenmauern bilden einen wichtigen Bestandteil in den Weinbergen: da sie die Wärme auch nachts speichern und ausserdem eine hangstützende Wirkung zeigen, sind sie ein wichtiges Puzzleteil im Zusammenspiel dieses Lebensraumes.
Mehr zum Thema Lebensraum Weinberg gibts hier. Wer sich über Trockenmauern informieren will kann das hier tun. Auch in unserem Wiki könnt ihr euch zu Weinbergen und Kulturräumen informieren. Spezialisten für diesen Lebensraum ist innerhalb der "nature's12" die NAJU Neustadt.

 

Moore

Im Gegensatz zu den Weinbergen kommen Moore dort vor, wo es viel Wasser gibt. Das kann zwei Gründe haben: entweder regnet es viel und der Grundwasserspiegel steht sehr hoch an oder es haben sich vor langer Zeit Seen gebildet, die dann zu Mooren gewachsen sind.

In Erzählungen mussten Moore  schon seit jeher für Spuk- und Geistergeschichten herhalten, was sicher mit  Moorfunden zu tun hat. Für unsere Vorfahren waren Moore als Ödland landwirtschaftlich nicht interessant. Den Funden nach zu urteilen, nutzte man diese Gebiete, um Opfergaben zu bringen. Im 19. Jahrhundert wurde bemerkt, dass Torf ein gutes Brennmaterial ist und man begann vorallem in Nordeutschland viele Niedermoore abzutragen. Mittlerweile ist bekannt, dass der Torfabbau riesige CO2-Mengen freisetzt (siehe Foto). Das Grenztalmoor, in dem die NAJU Gruppe Tribsees immer wieder aktiv ist, ist ein Regenmoor, entstanden in der letzten Eiszeit. Auch "Die Eisvögel" der NAJU Hamburg entkusseln regelmäßig den "Duvenstedter Brook" und erhalten so eine ehemals natürliche Moorfläche. Moore sind spannende Lebensräume, in denen ganz spezielle Arten vorkommen. Mehr zum Thema findet ihr auch im Wiki.

 

Streuobstwiesen
Der Obstanbau ist eine der ältesten landwirtschaftlichen Kulturen. Durch die Römer gelangten veredelte Obstsorten um 200 n. Chr. nach Deutschland, allerdings beschränkt auf Anbau in der Nähe ihrer Villen. Erst um die Jahrtausendwende wurde die Bevölkerung mit dem Obstanbau vertraut gemacht, als gezüchtete Apfel- und Kirscharten in Klöstergärten kultiviert wurden. Im späten Mittelalter kam es dann sogar zu einer Verordnung „dass jeder Hausvater zum wenigsten zwei gute fruchttragende Obstbäume pflanzen und in gutem Zustanderhalten soll“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann mit dem Wirtschaftswunder der Niedergang des Streuobstbaus. Die Vernichtung hochstämmiger Obstbäume wurde gefördert, viele Flächen wurden zu Niederstamm-Kulturen. Seit Anfang der 1980er Jahre bemühen sich Naturschützer, Landwirte und Keltereien um Schutz und Förderung der Streuobstbestände in Deutschland.

Als Streuobst werden Hochstammbäume bezeichnet, die nicht intensiv bewirtschaftet werden. Die Streuobstbestände sind keine natürlich entstandenen Lebensräume, neben dem Obst wird auch der Boden als Acker, Wiese oder Weide genutzt. Die wichtigsten Obstgehölzarten sind Apfel, Birne, Pflaume und Süßkirsche. Ökologisch betrachtet stellt die Streuobstwiese für viele Tiere wie Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, Spinnen, Eidechsen oder Säugetiere wie den Igel und den Siebenschläfer einen wichtigen Lebensraum dar. Honigbienen sind unsere kleinsten Haustiere und nicht zu unterschätzen: fast 80 % unserer Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt. Infos zu Streuobstwiesen findet ihr im Wiki. Spezialist für diesen Lebensraum ist die NAJU Sachsen-Anhalt. Die Crazy Stork Company und Die Wühlmäuse haben eigene Bienenvölker und verraten Euch Tips und Tricks beim Imkern.

 

Wald
Im Wald war jeder von uns schonmal. Aber auch in einem Urwald? Viele Wälder in Deutschland sind forstliche Nutzwälder, die Artenvielfalt beschränkt sich dort auf meist schnell wachsende Nadelhölzer. Dennoch gibt es auch in Deutschland noch Urwälder, wie den Buchenwald im Nationalpark Hainich oder den Kellerwald am Edersee. Das Besondere in diesen wilden Wäldern Deutschlands ist, dass die Natur dort sich selbst überlassen wird. Höhlenreiche Totholzbestände, die sonst häufig als Brennmaterial entsorgt werden, bieten hier vielen Arten ein Zuhause. Eine von ihnen ist die Fledermaus. Durch den Verlust von landwirtschaftlicher Vielfalt gibt es auch weniger Beutetiere für die Fledermaus. Hinzu kommt der Einsatz von Insektiziden, die sowohl in der Landwirtschaft als auch in Privatgärten eingesetzt werden. Die Giftstoffe gelangen über die Beute auch in den Stoffwechsel der Fledermäuse und können in gewissen Konzentrationen zum Tod der Tiere führen. Fledermäuse gehören zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten heimischen Tierarten. Das hängt neben der häufigen Vergiftung  der Tiere auch mit ihrer Wohnungsnot zusammen: viele Dachböden wurden renoviert, Bergwerkstollen und Keller versiegelt oder dem Tourismus zugänglich gemacht. Deshalb ist es wichtig bekannte Quartiere zu schützen, damit die Fledermäuse ungestört ihren Winterschlaf halten können und uns noch lang erhalten bleiben.
Die NAJU Syke ist mit ihrem "Batmobil" in Sachen Fledermausschutz unterwegs und Experte für diese spannenden Tiere. Mehr Informationen findet ihr auch im Wiki. In der Nähe des Kellerwaldes ist die NAJU Frankenberg zuhause. Wer mehr zum Ökosystem Wald lesen möchte kann das auch im Wiki tun.
2011 ist übrigens das "Internationale Jahr der Wälder". Die Generalversammlung der Vereinten Nationen will damit weltweit auf die besondere Bedeutung des Waldes und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung sowie die Bekämpfung der Armut hinweisen. Mehr dazu findet ihr hier.

 

Magerrasen 
Als Magerrasen werden sehr nährstoffarme, "magere" Standorte bezeichnet. Typische Landschaften in denen Magerrasen vorkommen, liegen in der Schwäbischen Alb (Kalkmagerrasen) oder im Gebirge. Entstanden sind Magerrasen häufig durch Beweidung ursprünglich bewaldeter Flächen. Durch Verbiß von Ziegen und Schafen entstehen Lichtungen, bis schließlich die Holzgewächse ganz verschwinden und ein Magerrasen zurückbleibt. Er zählt mittlerweile zu den Biotoptypen, da durch die Änderung der Landnutzung viele der früheren Flächen gedüngt oder aufgeforstet wurden. Die HSG Würzburg pflegt einen Magerrasen und ist unser Spezialist für diesen Kulturraum. Mehr Informationen gibts im Wiki. 

 

Heide
Heidelandschaften gibt es nicht nur in Deutschland! Von Norwegen bis Portugal kommen diese Landschaftstypen vor und können je nach Lage sehr unterschiedlich sein. Im Norden gibt es häufig Sumpf- und Moorgebiete, im Zentrum Europas weite Sandheiden und im Süden überziehen Blumenteppiche die felsigen Bergkuppen. Das Heidekraut wächst allerdings in allen Regionen und färbt die baumlose Landschaft von Sommer bis Herbst lila. Die Heide ist eine Kulturlandschaft, die durch Brandrodung entstanden ist. Als die Bauern in der Steinzeit Weideland für ihr Vieh brauchten, musste der Wald weichen und sie brannten ganze Wälder nieder. Auf den weiten Brandflächen spross bald ein Teppich aus Heidekraut. Heidekraut, insbesondere die weit verbreitete Besenheide (Calluna vulgaris), gehört zu den typischen Brandkeimern. Ihre Samen überleben den Brand unter der Erdoberfläche und können schon im nächsten Jahr wieder austreiben. Die durch Rodung gewonnenen Heideflächen waren ideale Weideflächen für die Tiere der steinzeitlichen Bauern und sind es bis heute geblieben. Die NAJU Wesel/Hamminkeln kennt sich aus mit der Heide und ihren Heidschnucken.
Mehr Infos zum Thema Heide findet ihr hier.

 

Feuchtbiotope
Als Feuchtbiotope werden Land- und Uferlebensräume bezeichnet, in denen Wasser der wichtigste ökologische Faktor ist. Dazu zählen Feuchtwiesen, Moore, Fließgewässer, Flußauen, Seen, Teiche und andere Lebensräume mit staunassen Böden. Die Pflanzen und Tiere, die in diesen Gebieten leben sind natürlich angepasst:

So hat die Schwarzerle spezielle Knöllchen-Bakterien an ihren Wurzeln, die ihr erleichtern Sauerstoff aufzunehmen. Amphibienarten sind aufgrund ihrer Lebensweise Bewohner verschiedener Biotope. Ausserdem sind sie auf Laichgewässer, sowie den gesamten Erhalt des Biotopverbunds angewiesen. Durch den Straßenbau sind die Wege vieler Arten vom Winterquartier zu den Gewässern zerschnitten worden. Helfen können Amphibienzäune und das Umsetzen auf die andere Straßenseite.

Auch der Eisvogel lebt am Wasser: in der Morgendämmerung kann man ihn besonders gut beobachten: dann geht er auf Fischjagd. Er baut seine Bruthöhlen in Steilwände oder Bruchkanten natürlicher Fließgewässer.

Feuchtgebiete sind wichtig in ihrer Funktion als Wasserspeicher. Sümpfe können über lange Zeiträume Wasser aufnehmen und nach und nach wieder abgeben. Die Gefahr von Hochwasser wird so verringert, genau so jedoch auch die Gefahr vor Austrocknung. Als wichtiges großes Feuchtgebiet gilt das als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnete Wattenmeer

Mehrere "nature's12" Gruppen beschäftigen sich vor Ort mit Feuchtbiotopen: die NAJU Tribsees, die LBV Gruppe in Trabitz und die Wühlmäuse aus Seeheim-Jugenheim.

 

 

 

Bildnachweis:

Herbert Raschke_pixelio.de, Rainer Sturm_pixelio.de, infinity_jugendfotos.de, Svenja Reichard_jugendfotos.de, Weinberg: Tatjana Bähr, Moor: Veronika Burgmayer, Streuobst: Rainer Sturm_pixelio.de, Gregor Aas, Wald: Sven Müller_jugendfotos.de und Klaus Bogon_NABU, Magerrasen: HSG Würzburg, Heide: Günther-Dotzler_pixelio.de, Feuchtbiotope: Stefanie Abel_pixelio.de, Peashooter_pixelio.de