


Im Gegensatz zu den Weinbergen kommen Moore dort vor, wo es viel Wasser gibt. Das kann zwei Gründe haben: entweder regnet es viel und der Grundwasserspiegel steht sehr hoch an oder es haben sich vor langer Zeit Seen gebildet, die dann zu Mooren gewachsen sind.
In Erzählungen mussten Moore schon seit jeher für Spuk- und Geistergeschichten herhalten, was sicher mit Moorfunden zu tun hat. Für unsere Vorfahren waren Moore als Ödland landwirtschaftlich nicht interessant. Den Funden nach zu urteilen, nutzte man diese Gebiete, um Opfergaben zu bringen. Im 19. Jahrhundert wurde bemerkt, dass Torf ein gutes Brennmaterial ist und man begann vorallem in Nordeutschland viele Niedermoore abzutragen. Mittlerweile ist bekannt, dass der Torfabbau riesige CO2-Mengen freisetzt (siehe Foto). Das Grenztalmoor, in dem die NAJU Gruppe Tribsees immer wieder aktiv ist, ist ein Regenmoor, entstanden in der letzten Eiszeit. Auch "Die Eisvögel" der NAJU Hamburg entkusseln regelmäßig den "Duvenstedter Brook" und erhalten so eine ehemals natürliche Moorfläche. Moore sind spannende Lebensräume, in denen ganz spezielle Arten vorkommen. Mehr zum Thema findet ihr auch im Wiki.
Als
Streuobst werden Hochstammbäume bezeichnet, die nicht intensiv
bewirtschaftet werden. Die Streuobstbestände sind keine natürlich
entstandenen Lebensräume, neben dem Obst wird auch der Boden als
Acker, Wiese oder Weide genutzt. Die wichtigsten Obstgehölzarten
sind Apfel, Birne, Pflaume und Süßkirsche. Ökologisch
betrachtet stellt die Streuobstwiese für viele Tiere wie Bienen,
Hummeln, Schmetterlingen, Spinnen, Eidechsen oder Säugetiere wie den
Igel und den Siebenschläfer einen wichtigen Lebensraum dar. Honigbienen sind unsere kleinsten Haustiere und nicht zu unterschätzen: fast 80 % unserer Nutzpflanzen werden von Bienen bestäubt. Infos zu Streuobstwiesen findet ihr im Wiki. Spezialist für diesen Lebensraum ist die NAJU Sachsen-Anhalt. Die Crazy Stork Company und Die Wühlmäuse haben eigene Bienenvölker und verraten Euch Tips und Tricks beim Imkern.
Im Wald war jeder von uns schonmal. Aber auch in einem Urwald? Viele Wälder in Deutschland sind forstliche Nutzwälder, die Artenvielfalt beschränkt sich dort auf meist schnell wachsende Nadelhölzer. Dennoch gibt es auch in Deutschland noch Urwälder, wie den Buchenwald im Nationalpark Hainich oder den Kellerwald am Edersee. Das Besondere in diesen wilden Wäldern Deutschlands ist, dass die Natur dort sich selbst überlassen wird. Höhlenreiche Totholzbestände, die sonst häufig als Brennmaterial entsorgt
werden, bieten hier vielen Arten ein Zuhause. Eine von ihnen ist die Fledermaus. Durch den Verlust von landwirtschaftlicher Vielfalt gibt es auch weniger Beutetiere für die Fledermaus. Hinzu kommt der Einsatz von Insektiziden, die sowohl in der Landwirtschaft als auch in Privatgärten eingesetzt werden. Die Giftstoffe gelangen über die Beute auch in den Stoffwechsel der Fledermäuse und können in gewissen Konzentrationen zum Tod der Tiere führen. Fledermäuse gehören zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten heimischen Tierarten. Das hängt neben der häufigen Vergiftung der Tiere auch mit ihrer Wohnungsnot zusammen: viele Dachböden wurden renoviert, Bergwerkstollen und Keller versiegelt oder dem Tourismus zugänglich gemacht. Deshalb ist es wichtig bekannte Quartiere zu schützen, damit die Fledermäuse ungestört ihren Winterschlaf halten können und uns noch lang erhalten bleiben.
Als Magerrasen werden sehr nährstoffarme, "magere" Standorte bezeichnet. Typische Landschaften in denen Magerrasen vorkommen, liegen in der Schwäbischen Alb (Kalkmagerrasen) oder im Gebirge. Entstanden sind Magerrasen häufig durch Beweidung
ursprünglich bewaldeter Flächen. Durch Verbiß von Ziegen und Schafen entstehen Lichtungen, bis schließlich die Holzgewächse
ganz verschwinden und ein Magerrasen zurückbleibt. Er zählt mittlerweile zu den Biotoptypen, da durch die Änderung der Landnutzung viele der früheren Flächen gedüngt oder aufgeforstet wurden. Die HSG Würzburg pflegt einen Magerrasen und ist unser Spezialist für diesen Kulturraum. Mehr Informationen gibts im Wiki.
So hat die Schwarzerle spezielle Knöllchen-Bakterien an ihren Wurzeln, die ihr erleichtern Sauerstoff aufzunehmen. Amphibienarten sind aufgrund ihrer Lebensweise Bewohner verschiedener Biotope. Ausserdem sind sie auf Laichgewässer, sowie den gesamten Erhalt des Biotopverbunds angewiesen. Durch den Straßenbau sind die Wege vieler Arten vom Winterquartier zu den Gewässern zerschnitten worden. Helfen können Amphibienzäune und das Umsetzen auf die andere Straßenseite.
Auch der Eisvogel lebt am Wasser: in der Morgendämmerung kann man ihn besonders gut beobachten: dann geht er auf Fischjagd. Er baut seine Bruthöhlen in Steilwände oder Bruchkanten natürlicher Fließgewässer.
Feuchtgebiete sind wichtig in ihrer Funktion als Wasserspeicher. Sümpfe können über lange Zeiträume Wasser aufnehmen und nach und nach wieder abgeben. Die Gefahr von Hochwasser wird so verringert, genau so jedoch auch die Gefahr vor Austrocknung. Als wichtiges großes Feuchtgebiet gilt das als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnete Wattenmeer.
Bildnachweis:
Herbert Raschke_pixelio.de, Rainer Sturm_pixelio.de, infinity_jugendfotos.de, Svenja Reichard_jugendfotos.de, Weinberg: Tatjana Bähr, Moor: Veronika Burgmayer, Streuobst: Rainer Sturm_pixelio.de, Gregor Aas, Wald: Sven Müller_jugendfotos.de und Klaus Bogon_NABU, Magerrasen: HSG Würzburg, Heide: Günther-Dotzler_pixelio.de, Feuchtbiotope: Stefanie Abel_pixelio.de, Peashooter_pixelio.de
